Title: Follow-up berichteter Beschwerden nach Außenluftbelastung durch Bioaerosole im Wohngebiet: eine geschlechtsspezifische Betrachtung
Authors: RETHAGE TobiasSEHRT KerstinZUR NIEDEN ANJAGIELER UweEIKMANN THOMASHERR CAROLINESTILIANAKIS NIKOLAOS
Citation: Gafahrstoffe-Reinhaltung der Luft vol. 66 no. 9 p. 343-348
Publisher: Springer-VDI-Verlag
Publication Year: 2006
JRC Publication N°: JRC34721
URI: http://publications.jrc.ec.europa.eu/repository/handle/JRC34721
Type: Articles in Journals
Abstract: Mit dem Ziel, gesundheitliche Beschwerden im Kontext einer Belastung durch geruchsintensive Bioaerosole zu bewerten, wurde im Jahr 1997 eine Querschnittsstudie durchgeführt, in welcher Anwohner einer hessischen Kompostierungsanlage und ein Vergleichskollektiv befragt wurden. Auf Basis dieser Ersterhebung wurden für die vorliegende Arbeit Folgeuntersuchungen (Follow-up Analyse) mit Fokus auf der Bewertung berichteter Beschwerden im zeitlichen Verlauf (Längsschnitt) durchgeführt. Zu prüfen waren die geschlechtsspezifischen Unterschiede hinsichtlich der Art und der Prävalenz berichteter Beschwerden wie sie aus der psychologischen Grundlagenforschung bekannt sind. Das Untersuchungskollektiv bestand aus 357 Teilnehmern, davon 214 Teilnehmer im exponierten Gebiet und 142 Teilnehmer im Vergleichsgebiet. Die Erhebungen wurden 1997, 1999 und 2002 durchgeführt. Der Betrieb der untersuchten Kompostierungsanlage wurde bereits 1997 (nach der Ersterhebung) eingestellt. Bei jeder Erhebung kamen neben einer fragebogengestützten, umweltmedizinischen Kurzanamnese das Screening für somatoforme Beschwerden (SOMS) und ein Fragebogen zur Erfassung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität (SF-36) zum Einsatz. Die Ergebnisse lassen sich folgendermaßen zusammenfassen: Einzelbeschwerden des SOMS wie Kopfschmerzen oder Bauch- bzw. Magenschmerzen wurden im exponierten Gebiet häufiger berichtet als im Vergleichsgebiet. Frauen gaben dabei deutlich mehr Beschwerden an. Im zeitlichen Verlauf kam es bei Frauen zu einem deutlich stärkeren Rückgang der Beschwerdehäufigkeit als bei Männern. Die Ergebnisse zeigten, dass sich in umweltmedizinischen Kollektiven geschlechtsspezifische Besonderheiten in der Beschwerdehäufigkeit nachweisen lassen und dementsprechend in der Bewertung gesundheitlicher Auswirkungen durch die betrachtete Expositionsquelle (Bioaerosole aus Kompostierungsanlagen) Berücksichtigung finden sollten.
JRC Institute:Institute for the Protection and Security of the Citizen

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