Die intravesikale Radioimmuntherapie mit Bi-213-anti-EGFR Immunkonjugaten verursacht keine Schäden am Urothel
Fragestellung
Nach transurethraler Resektion des nicht-muskelinvasiven Urothelkarzinoms treten im weiteren Verlauf häufig Rezidive auf. Neue Therapieformen werden daher dringend benötigt. Im Mausmodell bewirkte die intravesikale Radioimmuntherapie mit Bi-213-markierten Anti-EGFR-Antikörpern eine signifikante Verlängerung des Überlebens. Bi-213-anti-EGFR Immunkonjugate zerstören aufgrund der geringen Reichweite des Alpha-Strahlers gezielt Tumorzellen an die die Immunkonjugate binden und sollten umliegendes normales Gewebe nicht beeinträchtigen. Das Ziel dieser Studie war daher die histopathologische Untersuchung möglicher Nebenwirkungen der intravesikalen Radioimmuntherapie mit Bi-213-anti-EGFR sowohl in der Blase als auch in der Niere.
Methodik
Swiss nu/nu-Mäuse wurden ohne vorherige Injektion von Tumorzellen bzw. zu verschiedenen Zeitpunkten nach intravesikaler Instillation von EJ28 Blasentumorzellen mit Bi-213-anti-EGFR Immunkonjugaten wie folgt behandelt: Einmalig mit 0,925 MBq (n=5; 3 Tiere mit / 2 ohne EJ28 Zellen), zweimalig mit 0,925 MBq (n=10; je 5 Tiere mit/ohne EJ28 Zellen), zweimalig mit 1,85 MBq (n=2; Tiere ohne EJ28 Zellen) oder zweimalig mit 3,7 MBq (n=2; Tiere ohne EJ28 Zellen). Blasen und Nieren der Tiere wurden 300 Tage nach Behandlung in Formalin fixiert und in Paraffin eingebettet. Paraffin-Schnitte (4 µm) wurden anschließend mit Hämatoxylin-Eosin gefärbt und lichtmikroskopisch analysiert.
Ergebnis
Nach einmaliger oder zweimaliger Therapie mit 0,925 MBq zeigten sich keine auffälligen Veränderungen des Urothels. Nach zweimaliger Applikation von je 1,85 oder 3,7 MBq, d.h. zwei- bis vierfach höheren Aktivitäten als die therapeutisch höchst effizienten 0,925 MBq, waren in allen untersuchten Blasen und Nieren diffuse bzw. fokale Entzündungen beobachtbar, die jedoch als geringgradig eingestuft wurden, Diese Veränderungen sind demnach ohne pathologische Bedeutung.
Schlussfolgerungen
Die effiziente Radioimmuntherapie des Blasenkarzinoms im Mausmodell mit Bi-213-anti-EGFR bewirkt keine Schäden in Blase und Niere. Selbst bei Applikation von sehr hohen Aktivitäten, jenseits der therapeutisch wirksamen Aktivitäten, wurden nur vereinzelt diskrete, pathologisch nicht relevante Veränderungen im Urothel und Nierenparenchym beobachtet.
MÜLLER Felix;
SEIDL C.;
WEIRICH G;
RÖTZER S;
FAZEL J;
FRANK Annette;
BRUCHERTSEIFER Frank;
MORGENSTERN Alfred;
SENEKOWITSCH-SCHMIDTKE R.;
2012-10-02
SCHATTAUER GMBH-VERLAG MEDIZIN NATURWISSENSCHAFTEN
JRC70298
0029-5566,
http://www.schattauer.de/de/magazine/uebersicht/zeitschriften-a-z/nuklearmedizin/inhalt/archiv/issue/1529/manuscript/17513/show.html,
https://publications.jrc.ec.europa.eu/repository/handle/JRC70298,
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